Kleine Erfolge feiern

Vor vielen Jahren sagte mir ein Herzensfreund, wie wichtig ist es ist, kleine Erfolge zu würdigen. Da mein guter alter Freund ein erfolgreicher Geschäftsmann war, gab mir seine Aussage zu denken und begleitet mich bis heute.

Ich war lange immer hinter dem ‚großen Entwurf‘ in allem her, wie der Teufel hinter der nackten Seele, wie man so schön sagt. Es gab kein Rasten und Ruhen, alle Zeit musste sinnvoll gefüllt und gestaltet sein und alles Tun etwas Vollendetes erschaffen. Es kam der Zeitpunkt, da zweifelte ich an allem, was mein schöpferischer Geist und mein Können zuwege gebracht hatten und ich kämpfte regelrecht mit einem Gemälde, von dem ich wusste, es wird mein letztes sein.

Wochenlang schlich ich wie ein Raubtier um dieses Bild herum und legte Farbschicht auf Farbschicht. Mit jeder Schicht schwand meine Zuversicht. Ich konnte nicht loslassen und empfand dieselbe Pein, die ich von schlimmem Liebeskummer kannte. Irgendwann fühlte ich, dass das Bild fertig war. Mein Blick darauf war derselbe, den ich morgens im Spiegel beim Anblick meiner selbst sah, vernichtend. Ich fühlte mich zerschmettert.

Mein Atelier war ein großzügiges Ladengeschäft mit großen Schaufenstern, die zur Straße zeigten und auf der viele Leute vorbeizogen. Dann geschah etwas Seltsames. Immer mehr Leute kamen, mich in meinem Atelier besuchen. Sie bewunderten das Bild. Auch ein Professor für Kunstgeschickte kam, was mich außerordentlich beschämte, da ich nichts Besonderes an dem Bild finden konnte. – Irgendwann habe ich es dann begriffen. Eigentlich hatte nicht ich, sondern ‚ES‘ das Bild gemalt und es war wirklich gelungen, und…. ohne mich wäre es nie entstanden.

Ich schenkte dieses letzte Bild meinem Herzensfreund, weil ich so gelitten hatte beim Ringen um das Besondere. Und nun konnte ich es noch nicht einmal genießen. Danach war ich befreit und ich beendete die Zeit der Bilder.

Seitdem freue ich mich über kleine Dinge. Über die Schönheit kleiner Handbewegungen, über aromatische Regengüsse und zauberhafte Regenbögen, über nette Gespräche, die ersten hart erworbenen Altersfalten, die das Leben wirft und alles was einfach so geschieht, läuft, gelingt und absolut gar nichts werden will im Alltag.

Die Philosophie der kleinen Erfolge, Freuden und Ereignisse ist mir ans Herz gewachsen. Aber erst mein Herzensfreund brachte mich darauf. Wie viel Frieden, Zufriedenheit und Lächeln hat mir diese Einstellung geschenkt. Das wünsche ich allen Menschen. Und vor allem bin ich dankbar für die guten Ratschläge, die ich immer wieder bekommen habe. Es gibt nichts kostbareres als Menschen, die offen und ehrlich sind. Und besonders unseren Freunden gebührt immer wieder ein großes Dankeschön dafür!

Geh-Danken

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Die Gedanken sind frei, heißt es. Da nur ein kleiner Bruchteil unseres ‚Ich’ bewusst und somit kontrollierbar ist, hat auch die Freiheit hier eine ordentliche Grenze, die uns zu schaffen machen kann. Gedanken fallen meist nicht als solche auf. Sie verkleiden sich in Reaktionen auf Situationen und Menschen und machen sich erst dann als Irritation bemerkbar, wenn sie mit unserem Denken nicht konform gehen. Spürbar wird das als Widerstand. „Oh, was will der von mir.“ oder „Das mag ich nun aber gar nicht.“

Will ich recht haben oder möchte ich, dass es mir gut geht

Je reger unser Geist, desto unruhiger die Person im Allgemeinen. Was heißt…. unsere Gedanken parlieren vor sich hin und reißen unsere Stimmungen mit. Das stört uns so lange nicht, wie wir uns wohl fühlen. Tun wir das nicht, stören wir uns daran und finden den Störenfried im Störer, dem Außen. Wollen wir es dabei belassen?

Eine gute Entscheidung für sich selber wäre, Herr im eigenen Haus zu bleiben, das Stören zu erkennen und eine Kurskorrektur zum Wohlsein vorzunehmen. Denn, die eigentliche Frage ist: „Will ich recht haben oder möchte ich, dass es mir gut geht.“ Das lässt sich zum Beispiel mit dem kleinen Trick der „Geh-Danken“ machen. Nimm das wahr, was Dir nicht gefällt und gehe bewusst damit um. Nutze zum Beispiel das Gehen und bleib bei Deinen Gedanken. Laufe ein wenig hin- und her oder irgendwo hin und entspanne Dich. Überlege, warum Dir die Störung nicht gefällt und denke Dir eine Lösung dafür aus. Denn hier zeigt sich etwas, was Du nicht möchtest. Und da Dich niemand zu etwas zwingen kann, außer Du Dich selber… tu etwas Anderes. Wenn Du nicht unhöflich sein möchtest, dann kannst Du dem ‚Störer‘ sagen, dass Du gerade keine Zeit hast und Dich wieder darum kümmerst, wenn es passt. Denn… jeder hat das Recht auf seinen Selbstausdruck. Wir wollen alle immer irgendetwas. Nur ist die Welt nicht für dieses Wollen zuständig. Es ist prima, wenn auf unsere Bedürfnisse eingegangen wird, wir können es aber nicht erwarten. Weder der ‚Störer‘ noch der ‚Gestörte‘.  Ist es eine Situation, dann lässt sich das noch leichter bewerkstelligen. Wahrnehmen – erkennen – verändern.

Gehen ist Pilgern im Kleinen und im Alltag

Beim Gehen kommt zu den Bewegungen der Gedanken die körperliche dazu. Ein guter Ausgleich. Und dieser Ausgleich, der uns einen gesunden Abstand, eine gesunde Grenze zur Irritation verschafft ist etwas, wofür man dankbar sein kann. Jede/r kann es. Insofern gibt es keine Ausrede. Konflikte, innere oder auch äußere sind nur so wirksam, wie die Menschen, die sie herum- und austragen. Oder vor sich hertragen wie wandelnde Vorwürfe. Mut zur eigenen gesunden Grenze sorgt dafür, dass wir ‚Bedürfnisse aushandeln‘ – wer kriegt gerade was und von wem – einfach, nicht wahr! Viele Probleme lassen sich besonders gut beim Spazierengehen lösen. Man denkt nach, lässt seinen Gefühlen freien Lauf und findet eine Lösung mit Schwierigkeiten umzugehen und es fällt eine Menge Ballast von einem ab. Geh-Danken. Das Pilgern im Kleinen.

Und die Zeit rast

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Klar, den Effekt kennen wir alle, die ‚to do‘ Liste für den Tag war voll und die 24 Stunden nicht lange genug, um alles zu schaffen. Hand auf’s Herz, muss das alles heute gemacht werden? Es ist zwar leicht, die drängenden Aufgaben anzugehen, aber nicht, zu entscheiden, was weniger und gar nicht wichtig ist.

Mehr ist mehr

‚To do‘ Listen haben einen interessanten Nebeneffekt. Wenn man erstmal am Wirbeln und am Machen ist, sieht man nur noch die vielen Aufgaben, die erledigt werden wollen. Wer hakt nicht gerne am Abend alles ab und wirft die Liste insgesamt weg….. Wer dieses Arbeitsprinzip verfolgt, hat am nächsten Tag wieder eine Liste. So rast man von einem Punkt zum nächsten. Es verschafft einem zwar Erfolgserlebnisse ‚etwas geschafft‘ zu haben, die Frage allerdings kann auch folgende sein: „Brauche ich das alles zu erledigen, um mich gut zu fühlen?“ Vorallem, muss es gleich die ganze Liste für einen Tag sein?

Mehr von Weniger

Ein Sicherheitsventil, z.B. ein Ziel anvisieren, kann helfen, den Rand nicht zu verlieren. Oder…. sich höchstens 5 Dinge vornehmen, mehr nicht. Wenn man erst einmal soweit ist, kann man weiter reduzieren. So fallen vor allem die unwichtigen Dinge weg.

Schwieriger ist, sich zu motivieren, wenn einem nichts einfällt, weil

  • Beweggrund und
  • Ziel fehlen.

Alles oder Nichts

Hat man Beweggrund und Ziel ist alles möglich, aber das Nichts kann man nicht motivieren noch reduzieren, man kann es höchstens akzeptieren. So ist es auch okay, wenn man keine ‚to do‘ Liste und keine Ideen hat.

Aus der ‚to do‘ Liste kann man dann noch eine ‚ ich will‘ Liste machen … und – man kann Pflichten mit Belohnungen kombinieren. Dann macht das Tun viel mehr Spaß. Und die Fortgeschrittenen-Übung wäre danach, zuerst mit den Belohnungen anzufangen, um dann die Pflichten mit Freude zu erledigen.

Erfolgreich auf den Schweinehund gekommen

Wenn man sich umhört, sind sich alle einig, wie der Umgang mit dem inneren Schweinehund auszusehen hat. Man muss ihn bekämpfen, bezwingen, niederringen oder zumindest an die Leine legen. Diese ablehnende Haltung gegen einen inneren Anteil, der sich in jeder Persönlichkeit finden lässt, hat mich stutzig gemacht. Weiterlesen hier….

Trau Dich und trau Dir was zu!

Etwas zu wagen ist eine tolle Sache. Waghalsig und tollkühn muss man schon sein, wenn man etwas tut, was man aus eigener Erfahrung noch nicht kennt. Es heißt zwar, wer sich in Gefahr bringe, komme möglicherweise darin um, aber mal im Ernst…. in der Regel geht es um Kleinigkeiten, die wir bei anderen beobachten und die wir auch einmal gerne ausprobieren würden. Weiterlesen hier…

Überlass Deine Probleme einfach mal sich selber oder der Katz’

Du kennst es – nichts Böses ahnend wird man von unliebsamen Tatsachen oder unangenehmen Gedanken und Gefühlen überfallen. Probleme lassen sich selbstverständlich lösen, aber übertriebenes Engagement ist fehl am Platze. Das Ganze braucht enorm viel Zeit und man müsste seine geliebten Gewohnheiten über den Haufen werfen und tatsächlich etwas ändern. Deshalb hier eine kleine Übersicht fast aller psychologischen Tricks, wie man die Probleme einfach auf die lange Bank schiebt und unter den Tisch fallen lässt oder sie kreativ ummodelt, wenn keine Alternative in Aussicht ist. Denn….. kein Mensch kann die drängende Realität allzeit ertragen. Weiterlesen hier…

Spieglein, Spieglein, Spiegelei

Auf geht’s zur Eulenspiegelei und der wahren Bedeutung, wenn man sich beim Spiegeln ordentlich verguckt. Im Mittelniederdeutschen heißt „ulen“ wischen und der „spegel“ steht unter anderem für die 4 Buchstaben.

Sich und/oder andere betuppen ist ein Überlebensprinzip, das man immer dann dringend braucht, wenn man auf anderem Wege nicht punkten kann. Wie kommt man in so eine Situation? Man fühlt sich nicht gleichauf mit Anderen und/oder man hat ernsthafte Makel, die verborgen bleiben sollen und von denen man ablenken will. Niemand mag es, wenn das Fremdbild nicht der glanzvollen Erscheinung entspricht, in die man sich hinein gedacht hat. Weiterlesen hier….

Rolling Mops – Roll den Mops in Dir!

Einer der entscheidenden Meilensteine im Leben eines Menschen ist die Fertigkeit, sich mit dem ganzen Körper herum rollen zu können. Die qualitative Ausgestaltung der eigenen Gehirnwindungen in Punkto Dreidimensionalität legt zu einem Zeitpunkt im eigenen Leben Geschwindigkeit zu, an dem wir überwiegend noch krabbelnd, lallend und sabbernd unterwegs sind. Weiterlesen hier…

Ich, die 7 Zwerge und der Schweinehund

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Es gibt die Eigentlich-Tage, die Linke-Fuß-Tage und die Vollmond-und-Fön-Tage. Ich mag keinen davon. Und an diesen Tagen mag ich auch mich selber nicht. Zeit für einen Roll- bzw. Vollmops-Tag mit meinen besten Freunden. Nur das kann Schreckenstage neutralisieren…weiterlesen hier