Alles andere

Bisweilen wird es uns zu bunt. Routine gibt uns einfach Sicherheit und Unerwartetes kann einen da schon ganz schön aus der Fassung bringen. Oh, wären alle nur so wie ich, dann wäre alles wunderbar.

Langeweile ist eine Steigerung der Routine. Alles ist absehbar und bequem. Auch Glücklich- oder Unglücklichsein verhält sich nach diesem Grundprinzip. So war es, so ist es und so wird es auch in Zukunft sein. Und schon kommt uns etwas in die Quere und stört unseren Frieden, bricht mit Eile in unsere Weile ein. Und…. wir bäumen uns erst einmal dagegen auf. Schließlich ist es richtig und wichtig, ein Gleichgewicht zu haben, das uns durch die Wasser des Lebens pendelt.

Ein Blick auf die andere Seite bringt die gewisse Würze des Alltags mit sich. Gewohnheiten, Routine und Ansichten über den Haufen werfen, überfordern das Gehirn und schaffen kurzweilige Impulse, die wir durchaus benötigen, um unser ‚System‘ immer wieder neu zu justieren und uns einer sich ständig ändernden Welt anzupassen, was vom Standpunkt der Evolution mehr als sinnvoll ist. Es sichert das erfolgreiche Überleben von uns Menschen.

Mach Dir einfach mal folgendes deutlich – alles, was Du auf eine gewisse Art und Weise gedacht und getan hast, kann auch ganz anders gedacht und getan werden. Die Bewertung, für wie stimmig und sinnvoll wir das jeweilige Denken und Tun halten, ist relativ und folgt Konventionen. Fühle ich mich wohl, dann ist es durchaus berechtigt, die Gewohnheit zu belassen wie sie ist. Fühle ich mich nicht wohl, kann sich ein Versuch, die Routine zu durchbrechen lohnen.

Wir sind uns oft nicht wirklich klar darüber, wie wenig vorbestimmt unser Denken und Tun ist. Um uns einen Standpunkt in der Welt zu schaffen, ordnen wir uns und andere ein. Wir bewerten und legen Regelwerke fest. Dies hilft uns. Genauso oft stoßen die verschiedenen ‚Andersartigkeiten’ aneinander und irritieren. Der eigene Standpunkt wird immer wieder aufs Neue erschüttert und gefestigt oder auch im Netzwerk der sozialen Gemeinschaft eingepasst. Eine der Wissenschaften, die sich hiermit befasst ist die Soziokybernetik, die Konzepte aufzeigt, wie sich dynamische Wechselwirkungen verhalten.

Stein des Anstosses – Fang ihn auf und tausch ihn mit Anderen aus. Anders sein bedeutet für jeden etwas anderes.  Andere Ansichten – sie können nerven, aber eben auch bereichern. Vielleicht gibt es Aspekte in Deinem Selbst- und Weltbild, die Du einmal aus einer anderen Perspektive betrachten kannst. Möglicherweise entdeckst Du Persönlichkeitsaspekte in Dir, die bislang verborgen waren. Neue Wege, mit alltäglichen Situationen umzugehen. Dinge, die Du noch gar nicht kanntest. Menschen, die Du vorher nie bemerkt hast. Wie sagte schon der schlaue Seneca, wenn das Schiff im Hafen liegt ist es sicher, aber dafür ist es nicht gebaut.

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