Das neue Jahr

…. beginnt mit Sylvester. Im Westen ist es benannt nach einem Papst, der am 31. Dezember 335 gestorben ist und wird eingeordnet nach der Gregorianischen Kalenderreform. Das Jahreswendfest geht allerdings auf eine längere Tradition zurück. Die Römer feierten die Neujahrswende schon 153 v. Chr. (Quelle: Wikipedia).

Das uns bekannte Sylvesterfeuerwerk soll böse Geister vertreiben. Man schenkt sich Glücksbringer, wie putzige Marzipanschweinchen mit eingesteckter Münze oder kleine Schornsteinfeger, die ein Kleeblatt mit sich tragen. Auch das Bleigießen ist beliebt. Man bringt Blei zum Schmelzen und schleudert es aus einem kleinen Löffelchen mit Schwung in eine Wasserschale. Das zumeist bizarre Formgebilde wird dann gedeutet und mithilfe von einer Übersichtsliste, die etwas überaltert ist, erklärt. Man benötigt zumindest einen fantasiebegabten Menschen oder Wolkenleser, um in den Bleifetzen etwas erkennen zu können. Mein aktueller Jahreswechsel war sehr schön und der Gastgeber beschleunigte den Schmelzvorgang mit einem Bunsenbrenner. Leider loderten dabei schnell rundum flackernde Stichflammen und unser Gastgeber rannte samt brennendem Ärmel ins Freie, um sich selbst zu löschen. Daher nicht unbedingt zu empfehlen. Oder man ist so früh vor Mitternacht dran, dass die Feuerwehr noch einen Einsatzwagen für einen frei hat. Etwas ungefährlicher ist die weit verbreitet Sitte „Dinner for one“ im Fernsehen zu schauen.

Es gibt sogar regionale Besonderheiten. Eine davon ist in Norddeutschland verbreitet. Die Kinder laufen, meistens kostümiert, „Rummelpott“. Ein Rummelpott war ein Topf, der mit einer Schweinsblase überspannt, als Instrument genutzt wurde. Man rieb mit einem Stock daran und es erzeugte Klänge. Spontan fällt einem hier die „singende Säge“ ein. Hier wird eine Säge mit einem Bogen gespielt. Ich hatte vor 25 Jahren für eine meiner Ausstellungen in Hamburg einmal eine alte Dame engagiert, die mit diesem Instrument Musik machte. Man kann sich denken, dass ich die einzige war, die das klasse fand. Die Kinder haben natürlich keinen solchen Topf dabei, wie oben erwähnt. Sie gehen herum und sammeln Süßigkeiten, wie bei Halloween.

Papst Sylvester wird meistens mit Olivenzweig und gefesseltem Drache dargestellt, was das Ende der Christenverfolgung und den Sieg über das Heidentum symbolisieren soll. In der Geschichte war und ist das Fest eines, ein Anlass für ausgedehnte Gelage mit üppigem Essen und einer Menge Alkohol. Nur wenige gehen heute noch zu Weihnachten und Sylvester in die Kirche. Unsere Zeitrechnung gilt übrigens nicht überall. Die Buddhisten feiern erst im Februar ihr Neujahr.