Trau Dich – helfen kann Jede/r!

Was macht man, wenn jemand Erste Hilfe braucht?

Da ich Erste Hilfe Ausbilderin bin und alle Altersgruppen von Schülern bis Best-Agers betreue, kenne ich Fragen und Bedürfnisse quer durch die Generationen. Und das Gute an der Ersten Hilfe ist…. Jede/r kann es.

Ich selber hatte Jahrzehnte nach meinem Führerschein nicht mehr die geringste Ahnung, wie man Erste Hilfe leistet. Als dann alle großen Wohlfahrtsverbände Ehrenamtler für die Ausbildung suchten, ergriff ich die Chance und ließ mich ausbilden. Beim Deutschen Roten Kreuz. Das Tolle daran ist, es wird immer einfacher und man kann nichts falsch machen. Wer hilft, macht etwas Gutes und ist von Rechts wegen geschützt. Und… man weiß ja nie, ob es mal einen Katastrophenfall gibt…, da wird Jede/r gebraucht!

Was ist das Wichtigste in der Ersten Hilfe? Wir passen zuerst auf uns selber auf, dann schauen wir, was der Andere braucht, damit es ihm oder ihr wieder besser geht und dann sorgen wir uns darum, dass wir andere dazu rufen, damit wir nicht alleine sind beim Helfen.

Das Mindeste was wir tun können, ist die 112 anzurufen, wenn wir nicht so recht wissen, was wir mit dem Hilfebedürftigen tun sollen und den Eindruck haben, der Andere gehört ins Krankenhaus. Bei der 112 sitzen gut ausgebildete Leute, die uns sagen, was wir tun können und die entscheiden auch, ob ein Rettungswagen geschickt wird.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten – ist der Andere bei Bewusstsein sprechen wir miteinander, da erfährt man, ob ein Unfall geschehen ist oder eine Krankheit vorliegt. Ist der Andere bewusstlos, gibt es wieder nur zwei Möglichkeiten –  Atmet der Andere oder nicht? Ist das erstere der Fall, dann legt man ihn auf die Seite. Atmet er nicht, dann macht man die Herzdruckmassage und ruft umgehend den Rettungswagen. Mehr muss man nicht wissen. Klar, selbstverständlich, dass man Denjenigen warm hält und schützt, mit einer Decke, Jacke oder Ähnlichem.

Nun gibt es ein paar wichtige Anhaltspunkte, die man sich aneignen kann. Sind Wunden zu versorgen? Einfache Verbände kann auch Jede/r. Liegt eine Gelenk-, Knochen- oder Muskelverletzung vor? Sind Kopf, Atmung und das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigt.

Bei Wunden ist ein Verbandkasten die beste Wahl, den hat jeder Autofahrer dabei und jeder Ladenbetreiber hat einen. Also kann man nachfragen. Je größer die Wunde, desto größer das ‚Pflaster‘, was bedeutet… entweder nehme ich ein Pflaster oder ein Verbandpäckchen, da ist nämlich eine Wundauflage schon mit drin, alles in einem. Das Verbandpäckchen erkennt man daran, dass ‚Verbandpäckchen‘ drauf steht. Fließt sehr viel Blut, kann man man eine Wundauflage aus dem Verbandkasten nehmen und diese direkt mit der Hand auf die Wunde drücken.

Gelenke, Muskeln und Knochen versorgt man mit der Regel ‚PECH‘. Das bedeutet, Arm oder Bein brauchen eine Pause, vielleicht auch Eis oder C(K)ompression (Druck), damit das schwellende Gewebe am Schwellen gehindert wird und das Hochlagern, was auch gegen das Anschwellen wirkt.

Hat der Kopf etwas abbekommen? Das merkt man, weil der Andere Schmerzen am oder im Kopf hat und/oder das Bewusstsein nicht so gut funktioniert, wie es sein sollte und der Hilfsbedürftige den Eindruck macht, als ob er nicht ganz bei Sinnen ist. Hier ist es sinnvoll, sitzen zu bleiben, den Kopf zu stützen und den Rettungswagen zu rufen.
Genauso wenn die Atmung schwer fällt. Auch hier ist es besser sitzen zu bleiben, um Herz und Kreislauf zu entlasten. Hat ein Hilfebedürftiger starke Schmerzen im Brustbereich und der Kreislauf spielt verrückt, was man daran merkt, dass Übelkeit, Schwitzen und Schwindelgefühle dazukommen können, ist ein Notruf über die 112 immer eine gute Wahl.

Krampfanfälle hören meistens nach kurzer Zeit von selber auf. Das heißt, auskrampfen lassen und einfach da sein. Beim Nasenbluten lässt man den Kopf nach vorne hängen und lässt die Nase bluten, auch die hört wieder damit auf. Der Organismus ist sehr gut ausgestattet und viele Symptome sind nicht weiter bedenklich. Ist ein Motorradfahrer verunglückt und bewusstlos, nimmt man den Helm ab. Wie man generell jeden Helm abnimmt, ob Fahrrad- oder Arbeitsschutzhelm. Bekommt man einen Stromschlag, kann über etliche Tage das Herz belastet sein und man sollte immer den Arzt aufsuchen.

Das reicht schon. Mehr muss man nicht wissen. Besser einfach mal nachfragen, wenn man den Eindruck hat, es geht Jemandem nicht gut, als zu warten, bis ein Notfall eintritt. Trau Dich, hilf!

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2 Gedanken zu “Trau Dich – helfen kann Jede/r!”

  1. super Erste-Hilfe-Mini-Kurs! Danke!! :))
    Ich hab selbst die Erfahrung gemacht daß man jederzeit auch in einem Krankenhaus anrufen kann wenn man z.B. am Wochenende krank wird. Man bekommt immer einen Arzt ans Telefon der einem dann eine kleine Ferndiagnose geben kann 😉
    Auch die Menschen die beim 112 Notruf abnehmen kennen sich gut aus und können einem Fragen beantworten.
    Grüße, Susa

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  2. Das freut mich zu hören. Toll!! Ist hilfreich zu hören, wenn gute Erfahrungen gemacht wurden. Danke!

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