Überlass Deine Probleme einfach mal sich selber oder der Katz’

Du kennst es – nichts Böses ahnend wird man von unliebsamen Tatsachen oder unangenehmen Gedanken und Gefühlen überfallen. Probleme lassen sich selbstverständlich lösen, aber übertriebenes Engagement ist fehl am Platze. Das Ganze braucht enorm viel Zeit und man müsste seine geliebten Gewohnheiten über den Haufen werfen und tatsächlich etwas ändern. Deshalb hier eine kleine Übersicht fast aller psychologischen Tricks, wie man die Probleme einfach auf die lange Bank schiebt und unter den Tisch fallen lässt oder sie kreativ ummodelt, wenn keine Alternative in Aussicht ist. Denn….. kein Mensch kann die drängende Realität allzeit ertragen.

Was gibt es nun für Methoden, ein Problem verschwinden oder zu etwas anderem werden zu lassen?

Da die eigene Gedankenwelt aus selber gemachten Wertigkeiten besteht, haben alle Gedanken auch etwas Veränderliches, das kann man für sich nutzen. Das bietet sich bei allen Schwierigkeiten an, die nicht existenzbedrohend sind und die für Zwischenlösungen geeignet sind.

Man kann Probleme verdrängen, verleugnen, verneinen und ignorieren oder einfach das Gegenteil oder etwas frei Erfundenes behaupten, die Besetzung der Rollen Retter, Opfer, Sündenbock, Täter, Über-Ich, kleines Kind und der liebe Gott auf der Bühne des Dramas anders verteilen, Verschwörungstheorien entwerfen, ablenkende Symptome und Rituale am laufenden Meter produzieren und vieles mehr.

Verdrängen, verleugnen, verneinen und ignorieren oder einfach das Gegenteil oder etwas frei Erfundenes behaupten, bedeutet: man tut alles, um einen blinden Fleck, eine Blaupause im Gedächtnis zu erschaffen. Man könnte es auch netterweise als Zwischenablage vor dem endgültigen Löschen betrachten. Der erste Schritt dahin ist das vehemente nicht darüber nachdenken und davon ablenken, wenn es sich in den Vordergrund der Gedanken schieben will.

Diesen Vorgang wird man diszipliniert ständig wiederholen müssen. Wenn man sich nämlich sagt, „denke nicht an den rosa Elefanten“, dann rennt dieser erfahrungsgemäß mit hoch gestrecktem, laut trötendem Rüssel in jeder gefühlten Sekunde durch den Geist. Um an dieser Übung nicht zu verzweifeln erfindet man trickreicherweise eine neue Realität und ersetzt den rosa Elefanten ganz und gar durch einen neuen Gedanken, der nicht im Entferntesten an das Vorangegangene erinnert.

Interessanterweise denken besonders fundamentalistische, dogmatische und rigide Charaktere, dass sie eine Legitimation von „ganz oben“ haben, das nennt sich Glauben, weil es fern ist von Wissen. In diesen Universen geht es schwarz/weiß zu, weil alle Rollen schon verteilt sind und der Bühnenraum extrem schlecht ausgeleuchtet ist. Die beste Rolle hat man in diesem Spiel selber und das „natürliche Recht“ zu tun und zu lassen, was immer man gerade will natürlich auch. Das bringt frischen Wind und Licht in Situationen, wo man glaubt, der wichtigste Mitarbeiter im Unternehmen zu sein und merkwürdigerweise von heut auf morgen in einem Kellerraum ohne Telefonanschluss oder ganz und gar vor der Tür sitzt. Spätestens hier entstehen komplexe Stories, in denen die Freimaurer und Illuminaten am Werk sind.

Da sind Menschen mit einem „Stockholm-Syndrom“ schon die angenehmeren Mitmenschen. Entführst Du sie gegen ihren Willen, dann werden sie Dich über kurz oder lang besonders gerne mögen, weil sie die Freiheitsberaubung nicht anders ertragen können. Das geht Vielen besonders am Arbeitsplatz oder in ihren Beziehungen so. Man wundert sich nur am eigenen Geburtstag darüber, warum man von dem heiß geliebten Gegenüber so unpassende Geschenke bekommt. Ein Überlebensprinzip, das zeigt, wie kreativ die Psyche mit ihren schillernden Gedankenkonstruktionen ist. Spätestens hier kann niemand mehr an den unbegrenzten eigenen Möglichkeiten sich selber zu helfen zweifeln.

Es geht aber auch schlichter. Man beschäftigt sich möglichst zeitraubend permanent selber. Vom Aufstehen bis zum Einschlafen. Idealerweise arbeitet man hierzu rund um die Uhr, geht regelmäßig nach der zeitraubenden Arbeit ins Sportstudio und stöpselt sich die Ohren nebenbei mit Musikkonserven zu. Noch ein paar Einkäufe und TV-Sendungen, ein paar Uppers und Downers, jede Menge Telefonate, dann verlässt einen jedes lästige Erinnerungsvermögen, das auch durch nächtliche Traumsequenzen nicht in seiner Dämmerphase gestört wird.

Abwehrmechanismen sind nichts Schlimmes, wir brauchen sie. Wenn Du mal wieder zu hören bekommst, wie unsensibel und ignorant Du bist, dann könnte es auch sein, dass Du einfach eine Pause von dem brauchst, was man von Dir will. Aber, wenn Du jetzt schlau und ein kleiner Magier bist, dann sag einfach: „Das sagt ja der Richtige. Ich glaube Du verwechselst Dich gerade mit Dir selber.“

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